ASB Arbeiter-Samariter-Bund

Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Regionalverband Heilbronn-Franken


Montag, 13. März 2017
ASB Jahresempfang Zündstoff

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Heilbronn-Franken nennt seinen Frühjahrsempfang provokativ „Zündstoff“ und verspricht Festredner, die etwas Aufregendes zu sagen haben. Nach Ex-SPD-Vizekanzler Franz Müntefering, Lokführer-Gewerkschafter Claus Weselsky und Bundesminister a. D. Erhard Eppler holte der ASB diesmal den Wirtschaftswissenschaftler Professor Heiner Flassbeck in den Heilbronner Schwabenhof. Der sagte den mehr als hundert Gästen aus Politik, Verwaltung und Sozialverbänden, was in Deutschland, Europa und der Welt „zurzeit los ist und schief läuft“.
Viel los ist auch beim ASB. Der Vorstandsvorsitzende Harald Friese fasst es in einem Satz zusammen. „Wir sind mit dem Jahr 2016 mehr als zufrieden.“ Der Verband hat jetzt 25 000 000 Mitglieder, demnächst 1100 Mitarbeiter unter Vertrag und macht mit seinen Dienstleistungen 50 Millionen Euro Umsatz.

„Wir kümmern uns um Menschen am Rande der Gesellschaft und solche, die nicht integriert sind“, sagt Friese, früher Bürgermeister in Heilbronn. 15 Pflegezentren gehören dazu. Der ASB steht für Rettungsdienst, Kranken- und Behindertentransport, Erste-Hilfe-Ausbildung, Katastrophenschutz und er engagiert sich in der Kinderbetreuung. Als Leuchtturmprojekt bezeichnet Friese die Kita Kinderbunt, die dank ihrer Öffnungszeiten von 7 bis 21 Uhr an sechs Tagen pro Woche Eltern erlaubt, voll arbeiten zu gehen. Stolz ist man auf die psychosoziale Notfallversorgung von Helfern im Rettungswesen im Ehrenamt und auf das Autismus-Kompetenzzentrum. Mit der Vermutung, dass es in Deutschland mit einem Heiner Flassbeck keine Agenda 2010 und nicht so viele Menschen am Rande der Gesellschaft gegeben hätte, reicht Friese das Mikro weiter. Denn nur kurz war Flassbeck 1998 im Kabinett von Gerhard Schröder Staatssekretär im Wirtschaftsministerium gewesen. Er ging mit, als Finanzminister Oskar Lafontaine zurücktrat, dann kam die Agenda 2010.


Die Wirtschaftspolitik der EU bezeichnet der 66-Jährige als katastrophal. Je nach Wahlausgängen werde sich bald entscheiden, ob es mit der EU und der Währungsunion weitergeht. „Siegt Le Pen in Frankreich, ist Europa am Ende“, prophezeit er. Früher oder später werde es knallen. „Und wir warten und machen die Augen zu.“ Sparen sei für unsere Volkswirtschaft nicht gut. Besser wäre, Schulden zu machen. Der Staat müsse mehr investieren, die Wirtschaft mehr im- und weniger exportieren. Die Nullzinspolitik habe ihr Ziel, dass weniger gespart wird, verfehlt. Sparen schadet der Binnennachfrage. Auch die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften sei falsch. Um die EU-Währungsvorgaben zu erfüllen, hätten die Löhne seit Jahren pro Jahr fünf Prozent steigen müssen.
Quelle: Heilbronner Stimme 10.3.2017, Ulrike Bauer-Dörr


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