News

Donnerstag, 23. Juli 2026
Same but anders: Pflege in den USA

Mirco Tschöp, Bereichsleiter Hauswirtschaft Stationäre Dienste beim ASB Region Heilbronn-FrankenMirco Tschöp, Bereichsleiter Hauswirtschaft Stationäre Dienste beim ASB Region Heilbronn-Franken

Mirco Tschöp hat bei seiner Familie in Ohio nachgefragt, wie Pflege in den USA geht

Gleich zwei Events hatten die USA in diesem Juli zu feiern. Einmal das Ausrichten einer „Fußball-WM“ und zum anderen das Großereignis „250 Jahre Unabhängigkeit“ – der Nationalgedenktag, der jährlich am 4. Juli begangen wird. Er erinnert an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung 1776, ein Datum, das als „Geburtsstunde der Vereinigten Staaten als freie Nation“ bis heute gefeiert wird. Anlässlich des 250. Jubiläums habe ich bei unserem Kollegen Mirco Tschöp - Bereichsleitung Hauswirtschaft Stationäre Dienste - nachgefragt, wie Pflege in den USA eigentlich funktioniert. Der Hintergrund: Mirco Tschöps Tante ist als Schulkind mit ihren Eltern vom Schwarzwald in den Bundesstaat Ohio ausgewandert. Bis heute stehen Mirco Tschöp, seine 74-jährige Tante und seine 42-jährige Cousine in Kontakt und gaben Auskunft auf die Fragen unserer Newsletter-Redaktion. 

Mit Pflegeheimen hatte in der Familie bislang jedoch niemand direkt zu tun, weil Mircos Opa bis zu seinem Tod von Tante und Cousine zu Hause gepflegt werden konnte. Ihn hat Mirco 2025 zuletzt besucht: „Er ist in diesem Jahr mit 102 Jahren gestorben und war bis zuletzt fit, ging allein einkaufen und ist mit 101 noch Motorrad gefahren.“  An die Wirkung seines Whirlpools habe sein Opa fest geglaubt: „morgens und abends ein Bad“. Beim Blick auf das amerikanische Pflegesystem zeigt sich ein bekanntes Bild: „Es fehlt an Pflegepersonal, ähnlich wie bei uns.“ Auch beim Image sei die Pflege sehr ähnlich: zu wenig Personal, hohe Arbeitsbelastung. Ein zentraler Unterschied zu Deutschland ist die Finanzierung, denn in den USA fehlt die allgemeine gesetzliche Pflegeversicherung. „Der Zugang zur Pflege hängt in den USA stark davon ab, welche private Versicherung man sich leisten kann oder vom eigenen Vermögen, wenn man selbst für seine Versorgung zahlen muss.“

Zum Ende des Gesprächs fragte ich Mirco Tschöp nach einer besonders schönen Erinnerung zum Thema. Darauf antwortete er: „Direkt zur Pflege nicht. Aber die Geschichte mit meinem Opa und seinem Whirlpool bleibt für mich die schönste Erinnerung an das Thema Älterwerden. Ein 101-Jähriger auf dem Motorrad, das muss man sich erstmal vorstellen.“ 


Newsletter

Besser informiert: Melden Sie sich HIER für unseren ASB-Newsletter an, wenn Sie Neues per E-Mail erfahren möchten.

weiterlesen …