News
Donnerstag, 12. Februar 2026
Erfolgreiches Format beginnt 2026 sportlich
90 Minuten live: Das ASB HEIMspiel mit Béla Réthy
Fußball: Für viele eine der schönsten Nebensache der Welt, für manche eine Hauptsache. Und so drehte sich auch kurzweilig, spannend und voller Anekdoten beim vergangenen ASB Heimspiel im Salon3 des Heilbronner Theaters alles um das runde Leder. Mit Béla Réthy stand eine der bekanntesten Stimmen des deutschen Fußballs auf der Bühne. Im Gespräch mit dem ehemaligen Radiomoderator Wolfgang Heim nahm der langjährige ZDF-Kommentator das Publikum mit auf eine Reise durch 42 Jahre Reportage-Geschichte.„Live zu reden“, sagt Réthy, „ist immer anstrengend. 90 Minuten voller Konzentration, ohne Netz und doppelten Boden.“ Schweigen gehöre dabei genauso zur Dramaturgie wie das gesprochene Wort. „Die Kunst, einfach mal nichts zu sagen, ist Teil des Kommentierens“, meint Réthy. Man könne es ohnehin nie allen recht machen. Mit seiner gelassenen Art zieht er die positive Bilanz, dass er in 42 Berufsjahren keine einzige wirklich negative persönliche Begegnung erlebt habe. Réthy, der in Wien als Sohn ungarischer Eltern geboren wurde, in Brasilien aufwuchs, erst im Alter von 13 Jahren Deutsch lernte, dann mit seiner Familie nach Deutschland zog, weiß genau, wie eine Fußball-WM abläuft: vier Wochen unterwegs, immer aus dem Koffer lebend. „Das ist anstrengend, aber auch Rock’n’Roll“. Sein letztes Spiel kommentierte er an seinem Geburtstag bei der WM 2022 in Katar. Kurz darauf meldete sich Franz Beckenbauer persönlich, um seinen Abschied zu bedauern. Große Namen tauchen bei Réthy nicht aufgesetzt auf, sie sind Teil seines Lebens: Netzer, Beckenbauer, Kahn, Pelé. Wenn er mit Marcel Reif unterwegs war, gehörten auch zahlreiche witzige Momente zum Alltag. Legendär war das 7:1 gegen Brasilien 2014: aus sportlicher Sicht fantastisch, jedoch journalistisch eine Herausforderung. Spannung gleich null. Die Überlegenheit war so groß: „Da kann man nichts erklären.“ Und Bundestrainer zu sein? Ein Privileg, findet er. Genau wie WM-Reporter zu werden – eine Nachricht, die ihn einst auf dem Männerklo erreichte. Fazit des Abends: Man muss kein Fußball-Fan sein, um Béla Réthy-Fan zu sein. Er fesselt seine Zuhörer - mit Stimme, Humor und dem Mut, auch mal nichts zu sagen.
